Partnerstadt Narbonne

Unsere Stadt hat seit 1971 eine Städtepartnerschaft mit Narbonne. Als 1965 französische Pfadfinder nahe Weilheim zelteten, wurden diese vom Hochwasser überrascht. Weilheimer Bürger halfen den französischen Pfadfindern und daraus entstanden Freundschaften. Daraus resultierend wurde die Partnerschaftsurkunde 1971 in Narbonne und 1974 in Weilheim unterzeichnet. Noch heute fährt zusammen mit einer Delegation der Stadt Weilheim eine Abordnung des Trachtenvereins alle zwei Jahre nach Narbonne.


Narbonne Tagebuch 2017

Tag 1 - Anreise

„Sind wir schon da?“

Am Dienstag,den 8. August, machten sich 9 Paare des Trachtenvereins gemeinsam mit der Stadtkapelle Weilheim auf den langen Weg nach Narbonne, um dort die Bayerische Woche mitzugestalten. Sicher im Bus von Norbert und Zenzi Ortner aus Polling verstaut ging es los. Durch Länder und Städte und Mautstationen ging die Fahrt, bis 16 Stunden später dann die Erleichterung und Freude in den Gesichtern zu sehen war, wir sind endlich da! Mit müden Knochen und dem ein oder anderen „Oh Gott, mir tut alles weh“ wurden Instrumente, Baumstämme (!) und Koffer ausgeladen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es auch schon zum Parc des Sports. Dort wurde vor 2 Jahren, beim letzten Besuch, ein Maibaum aufgestellt. Dieses Jahr hatten die Narbonner etwas Besonderes vorbereitet! Ein Feuerwerk welches „Ahhh“ und „Ohhh“ wirklich verdient hatte. Aber seht selbst in unserer kleinen Bildergalerie!

Tag 2 - Erster Auftritt

Wind? Was für Wind?

 Am Donnerstag, den 10. August, ging das Programm für uns richtig los. Die Strapazen der langen Busfahrt schon vergessen, konnte man die ersten Trachtler schon morgens um 7 Uhr in der Markthalle beim Kaffee trinken antreffen. Dies war nur ein kleiner Vorgeschmack für die Standbesitzer und Kunden, die später noch staunen sollten. Um 10:30 Uhr wurde die Fotoausstellung von Emanuel Gronau im Touristenbüro von Narbonne feierlich eröffnet und natürlich waren auch Trachtenverein und Stadtkapelle anwesend, um die tollen Bilder der Heimat zu bewundern. Gefühlte 157 offizielle Fotos später waren wir alle bereit, um sicht- und hörbar kundzutun, dass es losgeht mit der Bayerischen Woche. Der traditionelle Umzug durch die Markthalle mit anschließendem Standkonzert der Stadtkapelle im Jardin des Archevêques ließ die Narbonner ganz schön blinzeln und uns schmunzeln. Nach dem Mittagessen, welches fast „vom Winde verweht“ wurde, hatte man noch kurz Zeit sich frisch zu machen, bevor dann der erste große Auftritt auf dem Rathausplatz anstand. Auch dieses Mal mussten die Trachtler und Musiker beweisen, dass sie mit allen unerwarteten Gegebenheiten klarkommen. In diesem Fall: Windböen. Trotz abgeschirmter Lage des Rathausplatzes machte uns der Wind zu schaffen. Die Goaßler schafften es die Zuschauer zu beeindrucken. Durch Willens- und Armkraft dem Wind zum Trotz, hörte man es schnalzen. Die Tänzerinnen hatten da ganz andere Probleme, pustete der Wind die ein oder andere doch recht nah an den Rand der Bühne, doch unsere Männer zeigten Timing beim „Einfangen“ und hielten ihre Mädels auf Kurs. Da hatten wir uns alle einen gemütlichen Ausklang des Abends bei gutem Essen redlich verdient!

Tag 3 - Kultur pur!

Vorsicht Holzhacker unterwegs!

Freitag, 11. August, Stadtrundfahrt mal anders! Diesmal nicht in Volltracht, sondern „nur“ im Boarischen Gwand ging es auf zur Stadtrundfahrt mit der Bimmelbahn. Narbonne war eine römische Kolonie, die 118 v. Chr. gegründet wurde und mit der Via Domitia Italien mit den spanischen Kolonien verband. Wunderschöne Architektur prägt die Stadt, allem voran die Kathedrale Saint-Just. Außerdem ist Narbonne Geburtsstadt und Inspirationsort des Chansonsängers Charles Trenet. Wer sich für römische Geschichte und/oder Chansons zu ihrer Blütezeit interessiert, ist hier definitiv in der richtigen Stadt!

Nicht nur die Stadt, sondern auch die Umgebung hat einige Schätze zu bieten. Den Nachmittag durften wir in der Abbaye de Fontfroide verbringen. Einer ehemaligen Zisterzienser Abtei, gegründet im Jahr 1093! Die interessante Geschichte wurde uns sogar auf Deutsch vorgetragen, charmanter Akzent inklusive! Die wunderschönen Glasfenster der riesigen Abteikirche und der malerische Kreuzgang hinterließen bleibenden Eindruck, ebenso wie die Gärten und Innenhöfe der Abtei.

Nach diesem lehrreichen Ausflug ging es für uns auch schon wieder auf den Rathausplatz, diesmal weniger windig, aber für die Zuschauer wieder mit einigen zu bestaunenden Tänzen und Plattlern.

Klickt euch durch unsere Bilder und schaut euch an, was wir mit den Baumstämmen angestellt haben!

 

Tag 4 - Sonne, Strand und Meer!

Fast wie Urlaub!

Und schon war es Samstag, 12. August, und für uns kam der lang ersehnte Strandtag! Auf dem Weg nach Narbonne Plage durften wir uns jedoch noch ein kleines Schmankerl ansehen. Das Weingut Mas de Soleilla auf der Halbinsel La Clape. Ausführlich wurde uns erklärt wie Wein angebaut wird, was zu beachten ist und wie er gekeltert wird und natürlich wurde uns auch das Ergebnis präsentiert. Plötzlich sieht man den Wein mit anderen Augen, soviel Arbeit, die darin steckt!

Wieder um eine Erkenntnis reicher ging es zum Strand, der auch dieses Mal einige Sonnenbrandopfer forderte. Das hielt aber niemanden davon ab, abends wieder alles zu geben. Ganz besonders nicht unsere „Holzhacker“!

Tag 5 - Boule, Pétanque, Kugel werfen!

Wie ging das mit dem Bälle werfen gleich nochmal?

Sonntag, 13. August: Abmarsch zum Boulodrom, wo es hieß, auf zum Pétanque Turnier! In gemischten Teams, jeweils 2 aus Weilheim und 1 aus Narbonne ging es in die Duelle. Ziel war es eine bestimmte Anzahl von Metallkugeln so nahe wie möglich an eine vorher platzierte Zielkugel zu werfen. Gewonnen haben unser Jüngster und unser Größter mit ihrem „Lehrer“. Und wieder einmal ist bewiesen, Völkerverständigung geht auch mit Händen und Füßen! Gestärkt durch eine hervorragende Paella ging es wieder zum Rathausplatz und zur letzten Runde Tanz und Musik für dieses Mal. Nicht nur traditionelle Bayerische Tänze gab es zu sehen, sondern auch spontane Tanzeinlagen zum modernen Repertoire der Stadtkapelle. Bei uns steht das Tanzbein niemals still!

Außer vielleicht im Bus, in den wir an diesem Abend alles wieder reinschichten mussten. Aber unter Norbert Ortners  geübtem Blick und mit vereinten Kräften waren Koffer, Instrumente und technisches Equipment zügig verstaut und auch die Reisenden fanden neben Kleidersäcken und Einkaufstüten (sooo guade Oliven!) jeder einen Platz.

Narbonne war wieder einmal eine spannende, lustige und interessante Zeit, in der bewiesen wurde wie gut deutsch-französische Freundschaft funktioniert!

Vielen Dank an die Stadt Narbonne, die Stadt Weilheim und die Stadtkapelle Weilheim! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Vive la Semaine Bavaroise!


Eindrücke von Narbonne